Wenn man sich gerade hinstellt, die Hände in die Hüften legt und dann das Becken bewegt,  arbeiten die Bauchmuskeln und der lange Rückenmuskel lässt sich bei jedem Beckenkippen dehnen. Hierfür muss er entspannt sein während die Bauchmuskeln arbeiten.


Optimal ist es, wenn der Reiter sich durch diese Beckenbewegungen den Rückenbewegungen des Pferdes so anpasst, dass das Pferd sich unter dem Reiter wohl fühlt und dieses Gleichmaß der Bewegung als angenehm empfindet.


Der Begriff “Kreuz anspannen”:


Dieser Begriff wird häufig  falsch verstanden und erklärt.  

Der Reiter lernt dass er beim  „Kreuz anspannen“ das Becken durch anspannen des langen Rückenmuskels für kurze Momente feststellt um so den Takt des Pferdes zu verändern und die Versammlung zu erreichen.

Das Problem: Wenn das Becken nicht durch anspannen der Bauchmuskeln sondern durch Anspannen des langen Rückenmuskels entsteht, entsteht beim Reiter das Hohlkreuz und die Gesäßknochen drücken  unsanft in den Pferderücken. Das Pferd spannt den Rücken abwehrend an und die schöne harmonische Versammlung ist nicht möglich.

Leider erkennen die Reiter das Problem nicht sondern versuchen nur die Auswirkungen durch Zügeleinwirkung und Sporeneinsatz zu minden bzw. zu vertuschen.


Aus tierphysiotherapeutischer Sicht ist  es so richtig:


Der lange Rückenmuskel des Reiters ist konstant entspannungs- und dehnungsfähig.


Der Reiter  verlangsamt durch gezieltes Anspannen der Bauchmuskeln phasenweise seine Beckenbewegungen, OHNE dabei mit den Gesäßknochen in den Pferderücken zu stechen, weil kein Hohlkreuz entsteht.

Das Pferd  spürt nichts unangenehmes sondern nur eine Taktänderung. Es passt sich dem gerne an weil es das gute Gefühl behalten will.

Der Reiter muss  nicht am Zügel ziehen, das Pferd verliert  nicht den Schwung sondern ändert nur den Takt.


Unterstützend  und einfacher ist es, wenn man vorher mit dem Pferd Stimmenkommandos für Takt und Tempo geübt hat, die dann den Prozess der Versammlung noch angenehmer und für das Pferd verständlicher machen.


Je besser der Reiter seine Bauchmuskeln trainiert und seine eigene Mitte (-> siehe Sally Swift  „Reiten aus der Körpermitte“ Verlag Müller Rüschlikon)  zwanglos beibehalten kann, desto schöner und harmonischer wird das Reiten.

Man kann auch sagen: Der Reiter sitzt „im Pferd“ anstatt auf dem Pferd.

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